Ein Thüringer Maler

Otto
Knöpfer

13. März 1911 – 22. Mai 1993

Ein stiller Meister aus Holzhausen im Schatten der Veste Wachsenburg. Seine Bilder zeigen, was andere übersehen: das Gras am Wegesrand, die Disteln vor den drei Burgen, die Gesichter der Nachbarn. Genau beobachtet, detailtreu, unsentimental.

Geboren Arnstadt, 1911
Gewirkt Holzhausen & Erfurt
Stil Realistische Landschaft
Otto Knöpfer, Selbstporträt als älterer Mann
Wenn daraus etwas werden soll,
die Freude muss man ernst nehmen.
— Otto Knöpfer —
Sein Leben

Eine Biographie

Aus ärmlichen Verhältnissen in einem Thüringer Dorf zum anerkannten Maler — Otto Knöpfers Weg führte durch drei politische Systeme und zurück zu einer einzigen Landschaft.

Selbstbildnis als junger Mann (Rötel, 1929)
Selbstbildnis als junger Mann
Rötel auf Papier, Holzhausen 1929
1911
Geburt in Arnstadt
Am 13. März wird Otto Knöpfer in Arnstadt geboren. Er wächst in Holzhausen auf, einem kleinen Dorf unterhalb der Veste Wachsenburg, rund vier Kilometer westlich von Arnstadt.
1919
Tod des Vaters
Sein Vater stirbt an den Folgen einer Kriegsverletzung. Die Familie lebt in ärmlichen Verhältnissen, eine höhere Schulbildung ist unerreichbar.
1925
Lehre als Dekorationsmaler
Knöpfer beginnt eine Malerlehre in Arnstadt. 1928 besteht er die Gesellenprüfung, steht danach aber zunächst ohne Arbeit da.
1931
Kunstgewerbeschule Erfurt
Er erhält eine begehrte Freistelle an der Kunstgewerbeschule Erfurt. Prof. Franz Markau — den Knöpfer später einen „Meister der Farbe" nennt — wird sein prägender Lehrer. Hier studiert er rund drei Jahre Tafelmalerei und Wandmalerei.
1936
Freischaffend in Erfurt
Erste Ausstellungen in Arnstadt, Erfurt, Gotha und Molsdorf. Zeitungen beschreiben seine Werke mit „bemerkenswerter Reife und Vielseitigkeit".
1938
Studium in Berlin — und zurück
Knöpfer studiert an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst Berlin-Charlottenburg bei Paul Plontke — kehrt aber bald nach Holzhausen zurück. Die akademische Ausbildung sagt ihm nicht zu.
1940–45
Kriegsjahre
Wehrmachtssoldat, Einsatz als Kartenzeichner in Frankreich und Italien.
1947
Lehrer an der Fachschule
Knöpfer leitet die Abteilung Dekorative Malerei an der Fachschule für angewandte Kunst Erfurt. Acht Jahre bildet er hier Künstlernachwuchs aus.
1951
Umzug nach Erfurt
Mit seiner Familie zieht Knöpfer nach Erfurt. Das Elternhaus in Holzhausen bleibt aber sein malerischer Rückzugsort.
1959
Vorsitzender des Künstlerverbands
Knöpfer wird Vorsitzender des Verbands Bildender Künstler Bezirk Erfurt — ein Amt, das er bis 1967 ausübt.
1962–85
Auszeichnungen
Johannes-R.-Becher-Medaille in Bronze (1962) und Gold (1983), Kulturpreis der Stadt Erfurt (1966), Hans-Grundig-Medaille (1982), Vaterländischer Verdienstorden in Silber (1985). Sein Werk hängt in Erfurt, Dresden, Berlin, Rostock, Budapest und Tokio.
1993
Tod in Erfurt
Am 22. Mai stirbt Otto Knöpfer in Erfurt. Drei Jahre später, 1996, wird zu seinen Ehren der Otto-Knöpfer-Wanderweg eingerichtet — zwischen Arnstadt und dem Drei-Gleichen-Gebiet, durch die Landschaft, die er sein Leben lang gemalt hat.
Wo man seine Werke findet

In den Sammlungen

Otto Knöpfers Werke sind heute in mehreren bedeutenden Museen zu sehen — von Erfurt über Dresden bis Berlin.

№ 01

Angermuseum Erfurt

Gemäldesammlung mit dem Hauptwerk „Mein Malzirkel" (1964, Öl, 130 × 180 cm). 1971 fand hier eine Sonderausstellung zum 60. Geburtstag statt.

№ 02

Galerie Neue Meister

Staatliche Kunstsammlungen Dresden. Hier hängt unter anderem das „Wiesenstück" (1961).

№ 03

Neue Nationalgalerie

Berlin. Vertreten mit Arbeiten aus Knöpfers mittlerer Schaffensphase.

№ 04

Otto-Knöpfer-Haus

Holzhausen bei Arnstadt. Seit 2008 sein Geburtshaus als Museum und Galerie — wechselnde Ausstellungen, Bibliothek, Dokumente. Betrieben vom Freundeskreis Otto Knöpfer e.V.

№ 05

Schloss Molsdorf

Bei Erfurt. Regelmäßige Ausstellungsbeteiligung seit den 1930er Jahren.

№ 06

Kunstarchiv Beeskow

Mit Werken wie „Äcker bei Arnstadt" (1979) aus der DDR-Kunstsammlung.

Auf seinen Spuren

Knöpfers Thüringen

Die Landschaft, die Otto Knöpfer ein Leben lang gemalt hat, können Sie heute noch erleben.

Otto-Knöpfer-Wanderweg

Der 1996 eingerichtete Wanderweg führt von Arnstadt durch das Drei-Gleichen-Gebiet — durch die gleiche Landschaft, die Knöpfer unzählige Male auf Leinwand und Aquarellpapier festgehalten hat. Unterwegs passieren Sie seine Motive: Wiesen, Felder, Waldstücke, und schließlich die drei Burgen am Horizont.

Otto-Knöpfer-Haus Holzhausen

Sein Elternhaus in Holzhausen ist seit dem 25. Mai 2008 öffentlich zugänglich — als Museum und Galerie, betrieben vom Freundeskreis Otto Knöpfer e.V. Hier finden Sie wechselnde Ausstellungen, eine kleine Bibliothek, Fotografien und Dokumente zu Knöpfers Leben und Werk.

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